Thema: Kostenaufstellung- Pferd
Mich erreichte folgende Frage:
Ich möchte mir endlich den Traum vom eigenen Pferd erfüllen, aber bin mir nicht sicher, ob ich es auch finanzieren kann und möchte nicht zuviel riskieren, darum wüsste ich gerne , wieviel kostet ein Pferd im Monat???
Ich rechne mit ca. 200€ im Monat
(Offenstall + Futter und evtl. Schmied/ Wurmkur/ Impfung), wenn der Stall geschätzt 130- 150€ kostet.
Vor allem interessieren mich die Kosten die neben dem Unterhalt, also Schmied, Impfung und evtl. Tierarzt. Womit muss man da monatlich so rechnen?
Ich stelle keine besonderen Anforderungen an die Anlage und bin so bei meinen Berechnungen auf ca. 200€ im Monat gekommen.
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Meine Antwort:
Fangen wir damit an, was alles für ein Pferd bezahlt werden muss:
- Haftpflichtversicherung
- Unterstellen, Strom, Wasser
- Kraftfutter
- Heu und Stroh
- Hufschmied
- Tierarzt – Impfungen
- Tierarzt – Pfeilen der Zähne
- Tierarzt – Wurmkuren
Eventuell kommen noch kosten für eventuelle (kleine) Krankheiten hinzu:
- Hufgeschwür
- Prellungen
- “Chiropraktiker” (“Einrenker”)
Außerdem sollte eine “Stall-Apotheke” auch immer vollständig sein, denn gerade wenman etwas nicht dahat wird es gebraucht.
- Wund- und Heilsalbe (für kleiner Wunden)
- Desinfektionsspray / Blauspray / Zink-Lebertransalbe
- Kühlgel
- Verbandsmaterial
Auch wenn es heißt, das die Ausrüstung eine einmalige Anschaffung ist. Einige Ausrüstungsgegenstände halten leider nicht ewig, wie zb. eine Decke für den Paddockgang. Meine hielt nicht mal einen Winter !
Welche Ausrüstungsgegenstände man benötig hängt von einem selbst und auch dem Pferd ab.
Für einen Vollblüter sollte man schon im Winter eine leichte Thermodecke einplanen und für die Übergänge eine (gefütterte) Regendecke. Beim Sattel und am Zaumzeug würde ich immer Markenware empfehlen. Diese kostet zwar mehr, aber hält auch nachweislich länger. Was bringt es, wenn eine Trense im Laden nur 20 Euro kostete und in einem halben Jahr im vollen Galopp, womöglich noch im Gelände) der Zügel reißt?
VERSICHERUNG
Eine Versicherung gibt es heutzutage schon recht günstig, jedoch sollte mandabei auch immer die Leistungen im Auge behalten.
Eine Versicherungen bieten auch ein Paket an, indem mehrere Versicherungen enthalten sind. Eine weitere wichtige Versicherung, neben der Haftpflichtversicherung ist die Unfallversicherung für den Reiter.
Uelzener Versicherung:
Unfallversicherung im Jahr 49,98Euro
Pferde OP-Versicherung im Jahr 77,93Euro
Haftpflichtversicherung im Jahr 131,08Euro
HUFSCHMIED
Alle 6 bis 8 Wochen für ein unbeschlagenes Pferd mindestens 25Euro
Alle 6 bis 8 Wochen für ein beschlagenes Pferd mindestens 70Euro, für 4 Hufe und zwei Hufe bekommt manfür vielleicht 50 Euro.
Hierbei handelt es sich nicht um orthopädischen Beschlag, dieser kostet oftmals 120 Euro.
ZÄHNE PFEILEN
Mindestens einmal im Jahr sollte man dieses machen lassen, natürlich reicht nach Veranlagung und “Kauverhalten” des Pferdes auch einmal alle 2 Jahre, damit würde ich aber nicht rechnen.
Gepfeilt wird von einem Fachzahnarzt oder billiger von einem Tierarzt für ca. 60Euro incl. Sedation.
IMPFUNGEN
Wichtig sind in einigen Gebieten nur die Influenza (Pferdehusten) und Tetanus-Impfung. Woanders wiederum oft auch die Tollwutimpfung.
Influenza ist eine Pflichtimpfung für Turnierpferde und muss alle 6 Monate wiederholt werden, mit 30Euro.
Tetanus (nach Grund-Immunisierung alle 2 Jahre) und Influenza zusammen kosten meist nur 36 Euro.
Tollwut wird einmal jährlich geimpft, besonders bei Weidepferden.
Virusabort tritt bei Zuchtstuten auf und somit wird die Resequin-Schutzimpfung zu einer Standartimpfung (alle 9 Monate) in Zuchtställen für alle Pferde und kostet35Euro.
WURMKUREN
Je nach Firma und Wirkungs- bzw. Einsatzgebiet kosten sie zwischen 9 und 14 Euro pro Wurmkur. Eine große Wurmkur für “alle” Würmer sollte man am Ende des Jahres machen, welche oft mindestens 14 Euro kostet.
Eine weitere Wurmkur ist kurze Zeit nach dem Weideauftrieb nötig udn eine kurz nach Ende des Weideabtriebs. Viele machen auch noch bei längerer Weideperiode eine Wurmkur zwischendurch.
Auch Boxenpferde sollten eine Wurmkur bekommen!
HEU und STROH
Meist ist es im Pensionspreis enthalten, jedoch bei Selbstversorger Ställen nicht immer. Man sollte also immer Nachfragen.
Der Verbrauch ist unterschiedlich, rechnen würde ich aber bei kleinen Ballen- HEU mit mindestens 1,5Ballen pro Tag.
Ein Heu-Rundballen entspricht ca. 20 kleinen Ballen.
Preis kleiner Ballen Heu ca. 2Euro
Preis Rundballen ca. 32Euro
Bei Strohballen liegt der Verbrauch wohl bei einem Ballen pro Tag, je nachdem was für ein Stall oder Unterstand vorhanden ist. Stall- bzw. Paddockmatten können aufgrund ihrer Polsterung 20% des Einstreues ersetzen, auf das Jahr gesehen. Bedenken sollte man jedoch, dass man nach einem Grundmisten oder intensivem Misten bei Boxenpferden mehr als einen Ballen benötigt- geschätzte 2-3Ballen.
Preis kleiner Strohballen 1Euro
Preis Rundballen Stroh (Achtung:verschiedene Stroharten möglich) ab 10 Euro
Ein Rundballen (egal ob Heu oder Stroh) hat oft einen Durchmesser von 1,60m. Und entspricht in vielen Fällen einem Quarderballen.
Als Einsteu kommen auch noch Späneballen in Frage. Diese (20Liter) reichen ca. eine halbe Woche, als alleiniges Einstreumittel. Ich persönlich nehme sie im Winter als Einstreuzusatz. Dann reicht ein Packet (ca. 9 Euro) maximal 2 Wochen.
UNTERSTELLEN
Ein Pensionspreis am Rande einer Stadt mit kleiner Halle, matschigem Reitplatz und wenig Ausreitmöglichkeiten und vielen Arbeitsleistungen, liegt bei mindestens 240Euro. Hier gilt auch: jeden Tag selber misten.
Ganz Stadtfern mit schlechten Anbindungen, ohne Weidehaltung, provisorischem Reitplatz und selber misten bekommt man eine Box mit viel Glück für 180Euro.
Offenstallhaltung ohne Kraftfutter und mit Arbeitsleitsungen ist schon für 140Euro möglich.
Fazit: Rechne mit 200Euro pro Monat, an Einstellkosten.
KRAFTFUTTER
Ein Sack Mais (gebrochen) kostet im Durchschnitt 10Euro, für einen 20kg Sack Müsli sollte man schon 17Euro berechnen. Für Hafer udn Gerste ist der Preis oft schwankend dochwird man um 10Euro nicht drum rum kommen.
Wieviel man nun davon benötigt hängt vom Pferd und des Trainings ab. Oft sagt man ja, ein Pferd das nicht arbeitet benötigt kein Kraftfutter. Da stimme ich nicht mit überein, jedoch ist der Verbrauch sehr gering.
Generell gilt : 3 bis 8 kg Kraftfutter pro Tag. Wielviel genau hängt von der Sorte des Kraftfutters ab (siehe auch : hier)
Oft ist ein Teil des Kraftfutters, in Gerste oder Hafer im Pensionspreis enthalten. Bei Offenstallpferden eher selten.
Weitere erwähnenswerte Kosten:
BLUTPROBENUNTERSUCHTUNG (kleines Blutbild) 42Euro
KOTUNTERSUCHUNG 28Euro
BEI LAHMHEIT mit Schmerzmittel Equipalazone, Injektion 50 Euro
BEI LAHMHEIT mit Schwellung, Penecillin 28 Euro
CHIROPRAKTIKER eine Behandlung mindestens 100 Euro
TIP:
Rechne niemals mit dem Erlös voneiner Reitbeteiligung, dies ist eine schlechte RECHNUNG auf Kosten des Pferdes.
Was kostet ein Pferd?…
Diese Frage hat sich sicher schon einmal jeder gestellt und sich dabei ausgemahlt, wie es wohl mit einem eigenen Pferd wäre. Um eine Antwort geben zu können müssen wir uns erst einmal vor Augen halten, dass ein eigenes Pferd mit vielerlei Verpflichtung…
Trackback von will-reiten — Januar 15, 2012 @ 4:08 nachmittags |
[...] Wieviel kostet ein Pferd? In einem anderen Artikel war bereis ein Monatlicher Preis von 200Euro veranschlagt worden ohne Teilberitt und diversen Arbeitsleistungen. Teilberitt findet an drei bis vier Tagen in der Woche statt und kostet rund 200 Euro aufwärts im Monat ohne Einstellkosten oder Anfahrtskosten. Eine einzele Berittstunde bekommt man von weniger qualifizierten Ausbildern (Leistungsklasse für E und A Dressuren) ab 15Euro exkl. Fahrtkosten. [...]
Pingback von Abzocke oder Dreistigkeit « Pferd und Reiter Blog — Februar 15, 2012 @ 3:51 nachmittags |
[...] Wann braucht ein Pferd Beritt Wieviel kostet ein Pferd Abzocke oder Dreistigkeit Abzocke Reitschule So kann sich jeder Reiten leisten Wieviel wissen ist [...]
Pingback von Mit Pferden ein kleines Vermögen verdienen « Pferd und Reiter Blog — Februar 15, 2012 @ 3:52 nachmittags |
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Pingback von Kostenfalle Pferd « Pferd und Reiter Blog — Februar 15, 2012 @ 3:53 nachmittags |