Pferd und Reiter Blog

April 12, 2010

Schönster Araberhengst der Welt

Der Araberhengst Al Lahab aus dem Kinzigtal hat alles gewonnen, was ein Pferd gewinnen kann. Herrscher der Arabischen Emirate, Prinzen und Könige strichen dem »Elitepferd« in Dubai ehrfürchtig übers Fell.

Die Halle im Dubai World Trade Center bebte. Sheikh Mohammed bin Raschid Al Maktoum, Herrscher von Dubai, Premierminister, Verteidigungsminister und Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate, umgeben von Prinzen und Königen, hielt es nicht mehr auf seinem Thron Durch die jubelnde Menge schritt er hinunter in den Showring. Er streichelte dem Wunderpferd Al Lahab ehrfürchtig über Wangen und Fell. Dann übergab er Inge und Hans-Jürgen Friedmann vom Gestüt Lunzenhof in Zell-Unterharmersbach die weltweit begehrteste Siegertrophäe.
Dieser Sieg war die Krönung der Laufbahn von Al Lahab. Als erstes Pferd der Welt gewann der Vollblutaraberhengst zum zweiten Mal nach 2007 das Championat der Seniorenhengste in dem weltweit bedeutendsten Vollblutaraber-Wettbewerb: dem Dubai International Arabian Horse Championship. Das Ehepaar Friedmann, das den Hengst im Alter von zehn Monaten gekauft hatte, war überglücklich: »Das sind Momente, die man nie mehr vergisst.« Überwältigt nahmen sie die Glückwünsche der Sheiks von Kuwait und des Kronprinzen von Ajman und anderer arabischer Potentaten entgegen. Schon die Klasse der über zehn Jahre alten Hengste hatte Al Lahab mit weitem Abstand gewonnen. Sein härtester Konkurrent war der Hengst Banderos des arabischen Kronprinzen. Alle sechs Kampfrichter hatten Al Lahab die Höchstnote von 20 Punkten gegeben. Im Championat trafen die besten Vollblutaraberhengste aller Klassen aufeinander, um den Besten der Besten zu küren.

Als Al Lahab so charismatisch mit unnachahmlicher Eleganz, kraftvoll und mit raumgreifendem Trab den Schauring betrat, wusste ich, dass er an diesem Tag nicht zu schlagen war«, erinnert sich Hans-Jürgen Friedmann. In der Tat: Nach dem nervenaufreibenden Wettkamp stimmten fünf der sechs Kampfrichter für Al Lahab als Champion. Das bisher Unmögliche war geschafft.
Einst trafen sich die Stammesfürsten der arabischen Halbinsel einmal im Jahr in der Wüste, um das schönste und edelste Pferd auszuwählen. Der Sieger galt als unsterblich, sein Name wurde in Gedichten besungen. Auch heute treffen sich die Vertreter der arabischen Königs- und Fürstenhäuser, allerdings im mondänen Dubai. Die 200 besten Pferde waren am Start, das einzige Pferd aus der nicht arabischen Welt war Al Lahab. »Als wir nach dem Flug in Dubai hineinfuhren, grüßten uns meterhohe Bilder von Al Lahab. Von allen Liftfasssäulen schaute er uns mit seinen dunklen Augen an. Im Dubai World Trade Center hing Bild an Bild von unserem Al Lahab«, berichtet Hans-Jürgen Friedmann. Während des Dubai-Aufenthaltes wohnte Al Lahab in einer Halle mit 800 Quadratmetern, die klimatisiert und mit Teppichboden ausgelegt war. Eine achtköpfige Sicherheitsmannschaft bewachte das Gebäude rund um die Uhr. Ein englisches Tierarzt-Ehepaar war eigens Tag und Nacht für Al Lahab abgestellt. Nach dem Wettbewerb standen potenzielle Käufer aus der arabischen Welt Schlange. Doch Inge Friedmann gab allen die gleichen Antwort: »Wir haben Al Lahab so viel zu verdanken. Er gehört zu unserer Familie und er wird bei uns bleiben, so lange er lebt.«
Al Lahab darf in Zukunft vor allem Vaterfreuden genießen. Als Vererber wird er vielen Söhnen und Töchtern seine Ausstrahlung und seine Schönheit schenken. Sein Zuhause wird künftig nicht die internationale Welt, sondern der Lunzenhof sein. »Al Lahab hat alles gewonnen, was ein Pferd auf dieser Erde gewinnen kann. Diese Leistung ist einmalig und sie soll auch bleiben«, sagt sein stolzer Besitzer. Doch sein Name wird immer genannt werden, wenn von einem Vollbluter die Rede ist. Die europäische Züchtervereinigung hat Al Lahab den höchsten zu vergebenden Titel »Elitepferd« zuerkannt und ihn damit in die Schar der Könige der Könige aufgenommen. Beim Hoffest des Gestüts im August wird sich Al Lahab aber ganz normal und ohne besonderen Graddel unter die Besucher begeben, wie man es auch von der Friedmann-Familie gewohnt ist.

Quelle

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